Offener Brief an den Bildungsminister zur geplanten Kürzung des Stundenausmaßes für zweite lebende Fremdsprachen
Die Österreichische Gesellschaft für Sprachendidaktik (ÖGSD) setzt sich für die Weiterentwicklung des wissenschaftlich fundierten Fremdsprachenlernens im internationalen Austausch ein. Die Gestaltung institutioneller Rahmenbedingungen für Sprachenforschung, Sprachenvermittlung und Sprachenlehrer:innenbildung ist ein zentraler Schwerpunkt der ÖGSD-Tagungen, die Wissenschafter:innen und Praktiker:innen auf nationaler und internationaler Ebene vernetzen. Beispielhaft sind die Tagungen Partizipation – Mehrsprachigkeit – Digitalisierung: Neue Ansätze für zukunftsfähiges Sprachenlernen (September 2024, Universität Salzburg) und Interaktion, Inklusion und Innovation im Sprachunterricht (September 2026, Universität Innsbruck), die aktuelle Themenfelder des Diskurses explizit adressieren.
Die ÖGSD unterstützt daher den von Kolleginnen der Universität Innsbruck initiierten offenen Brief an Bundesminister Christoph Wiederkehr, in dem die Schlüsselrolle des Fremdsprachenunterrichts für die Förderung von Mehrsprachigkeit, Demokratiebildung, kritischer Medienkompetenz, AI-Literacy und globaler Verständigung hervorgehoben wird. Die ÖGSD teilt die darin geäußerten Bedenken gegen die geplante Kürzung des Stundenausmaßes für zweite lebende Fremdsprachen, da diese das Erreichen eines B1-Niveaus gefährden und den europäischen Grundgedanken von Mehrsprachigkeit unterminieren, was einen Rückschritt für das österreichische Bildungssystem bedeuten würde.
